000
Das Zitat formuliert für mich eines der wichtigsten Erkenntnisse im Laufe meiner therapeutischen Arbeit. Ohne den Körper, ohne dass der Körper sein Wissen über uns, unsere Lebensgeschichte, unsere Schrecken, unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche für die Zukunft, zu unserer Entwicklung beisteuern darf, werden wir nur schwer als ganze Person weiterkommen und wachsen, oder zumindest mühsamer und langsamer. Wenn wir den Köper mit einbeziehen fühlem sich Veränderungen oft viel natürlicher und weniger gezwungen an, als die Entscheidung sich anderes zu verhalten.
Ich arbeite auf unterschiedliche Weisen mit dem Körper:
Embodiment:
Die Art, wie wir als Körper eine individuelle Person sind, wird als Embodiment bezeichnet. Wir sind keine von unserem Körper getrennten Lebewesen. Unser Gerhin, mit dem wir denken und durch neuronale Verschaltungen Denkgewohnheiten verfestigen, ist genauso unser Körper wie unsere Muskeln, mit denen wir uns bewegen und Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten etablieren. Und auch unsere Organe tragen durch fleißiges Arbeiten oder eher unangenehme Angewohnheiten wie z.B. die Neigung zu Krämpfen dazu bei, wer wir sind. Unser Empfinden und Befinden ist das Empfinden und Befinden unseres Körpers. Kurz: Wir sind a l s Körper in der Welt. Und unser Körper hat alle Muster gespeichert, mit denen wir der Welt begegnen - und wenn wir die erkennen, können wir uns auch verändern. Die Embodiment-Verfahren (z,B. embodied toolkit u.a.). mit denen ich arbeite, stammen überwiegend von Mark Walsh (vgl. seine beiden Einführungen zum Begriff 'Embodiment' What is embodiment and why does it matter? (2:53) Min.; What does "embodied"/ "embodiment" mean? (8:34 Min.).
Metaphorisches Arbeiten mit dem Körper und felt sense:
Zu den Methoden der hypnosystemischen Psychotherapie und des generativen coachings gehört auch die metaphorische Arbeit mit dem Körper. Erlebtes und gewünschtes Empfinden wird dabei in metaporischen Körperhaltungen und Gesten dargestellt und kann auf diese Weise bearbeitet werden. Die Unterscheidung zur Arbeit mit dem Embodiment einer Person ist, dass es hier nicht um das gewohnheitsmäßige körperliche Verhalten einer Person geht, sondern um eine Metapher, die ein Erleben zum Ausdruck bringen soll. Das Bindeglied zwischen den beiden Zugängen zu unserem Körperwissen ist der sog. felt sense, das Gefühl(!), das der Ausdruck, den man als Metapher wählt 'Sinn macht', das es sich stimmig anfühlt. Es geht um eine mit dem Körper gefühlte, nicht um eine erdachte Metapher. Ohne das Resonanzgefühl im felt sense ist diese Art der Arbeit nicht effektiv.
Außerdem arbeite ich mit Entspannungsverfahren (Muskelrelaxation nach Jacobson) und einfachen Übungen zur Beruhigung des Nervensystems aus unterschiedlichen Qurllen.
So wichtig ich es finde, den Körper in die psychotherapeutische Arbeit einzubeziehen, muss an dieser Stelle auch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass ich keine Körpertherapeutin bin. Mir fehlt hier trotz vieler methodischer Weiterbildungen der professionelle Blick auf den Körper. Das emodied toolkit von Mark Walsh ist ein da guter Kompromiss. Es ist ein Set von archetypischen Körperhaltungen - Posen - zu Lebensthemen (z.B. nein-sagen/ Selbstfürsorge/ für etw. einstehen [Stand halten]/ etw. anfangen/ Offenheit/ sich zeigen u.ä.). Es werden damit sowohl eigene Verhaltensgewohnheiten erforscht, als auch neue gebahnt. Durch den Anspruch, durch die Posen einen Erlebens- und Handlungsarchtyp auszudrücken, ist es ebenfalls ein Bindeglied vom Embodiment zur metaphorischen Darstellung mit felt sense. Es ergänzt deshalb auf perfekte Weise meine beiden Haupttherapieformen und die Kursstruktur des Bochumer Gesundheitstrainings, das immer auch Bewegungsübungen in einer Sitzung vorsieht.
Weitere Videos von Mark Walsh zum Thema Embodiment: My story: what led me to embodiment? engl.(3:34 Min.); What "embodiment" / "embodied" doesn't mean (3:23 Min.); What is embodiment?, engl. (4:40 Min.).
Links zu grundlegenden Übungen: Zentrierungsübungen, (Mark Walsh) engl. (3 Min.)
Links die vlielleicht interessieren: embodiment portal, Posen des embodied toolkit (Vidyadasa), embodiment und Frauenrolle (Erika Chalkley)